Archiv für die Kategorie: Kabarett

Ralf Schmitz - verschmitzt (Stadthalle Gersthofen, 2007)

Am 26.04.2007 gastierte der Turbo unter den Comedians mit seinem neuen Solo-Programm “verschmitzt” in der Stadthalle Gersthofen. Darin ist Ralf Schmitz zusammen mit seinem Publikum über Nacht in ein Kaufhaus eingeschlossen und sucht nach Möglichkeiten, sich die Zeit zu vertreiben. Von Beginn an bezog der Komiker sein Publikum mit in sein Programm ein. Am Anfang setzte er sich bei völliger Dunkelheit mit einer “Nachsichtkamera” bewaffnet in die erste Reihe zwischen Heike und Sebastian und interviewte die beiden, warum sie denn ebenfalls in der Center eingeschlossen seien. Die Bilder wurden auf eine große Leinwand projiziert. Danach ging der TV-Star einen Sitz weiter zu einem jungen Paar und wollte wissen, was Michi denn zuletzt im Kaufhaus erworben hätte. Dieser erwiderte, dass es ein Cinquecento gewesen sei. Ralf lachend: “Sag doch bitte diesen Autonamen jetzt ganz schnell dreimal fehlerfrei in Folge.”. Dann meinte er noch beiläufig, dass das Modell nicht besonders groß sei und leicht in ein Kaufhaus passt. Hier hatte er nicht mit dem Mut von Michi gerechnet. Der konterte dreist: “Immerhin noch größer als Du.”. Darauf Ralf cool: “Das ist ja auch keine große Kunst. Wusstest Du eigentlich, dass wir uns nachher auf der Bühne wiedersehen?” Etwa zehn Minuten und einige lustige Einlagen später war es dann auch soweit. Michi und seine Freundin wurde auf die “Bretter, die die Welt bedeuten” geholt und bekamen eine verantwortungsvolle Aufgabe. Sie mussten vom Publikum ein Adjektiv (Wie-Wort) und einen Gegenstand erfragen und diese beiden Begriffe auf der Leinwand festhalten. Ralf, der zwischenzeitlich mit musikbeschallten Kopfhörern und verschlossenen Augen wild umhertanzte, sollte diese Worte dann im Anschluss erraten bzw. den Gegenstand im Laden wieder umtauschen. Dabei halfen ihm Michi, der die Arme von Ralf spielte und dessen Freundin, die die Verkäuferin mimte. Auch hier hatte Ralf Schmitz die Dreistigkeit von Michi unterschätzt, der seine Hände lässig in die Hosentaschen des Komikers steckte, ihm den Mund kräftig abwischte, den Comedian wild am Kopf kratzte, ihm zum Rappen brachte und ihm sogar auch noch unverhofft zwischen die Beine griff. Das sorgte für viel Unterhaltung beim Publikum, das sich übrigens auf einen “durchsichtigen Still-BH” einigte und damit Ralf Schmitz heftig ins Schwitzen brachte. Nachdem er die Nuss aber geknackt hatte verabschiedete er sich von seinen beiden engagierten Assistenten und revanchierte sich bei Michi mit einem unerwarteten Griff in dessen Schritt. Da haben sich zwei gesucht und gefunden. Jetzt schilderte Ralf Schmitz sein inniges Verhältnis zu seiner 24-jährigen Katze. Danach sollte ein Krimi aufgeführt werden, dessen Titel das Publikum frei wählen konnte. Nach “Mord im Katzenklo” über “Mord im Tierheim” entschied sich Sebastian mit tiefer Stimme und dem Zuruf “Stroßabohn” für “Mord in der Straßenbahn”. Hier wiederum übernahm dann seine Platznachbarin Heike einen wichtigen Part. Sie musste den spektakulären Mordanschlag mit Geräuschen untermalen. Ralf Schimtz interpretierte gekonnt die teilweise skurrilen Laute seines Gastes und improvisierte diese auf sehr witzige Weise. Vor der Pause ging er noch auf die Werbepartner von TV-Shows ein (Die nachfolgende Sendung wird Ihnen präsentiert von …), stückelte diverse Spots geschickt aneinander und erzählte so eine nächtliche Flirt-Begegnung. Der schnellste Komiker seit Speedy Gonzales lies kein Auge trocken und brachte das Publikum zum Toben. Er kombinierte dabei Stand up, Musik, Improvisation und Physical-Comedy auf beeindruckende Weise.

Mehr Infos zum preisgekrönten Comedian:
Offizielle Homepage von Ralf Schmitz

Fotos: Bernd Aue

Monika Gruber 2007

Freunde des scharfzüngigen Kabaretts und der geistreichen Sprachakrobatik kamen am 15. Januar 2007 in Neusäß voll auf ihre Kosten. Die bayerische Ausnahmekabarettistin Monika Gruber gab in der ausverkauften Stadthalle ein viel umjubeltes Gastspiel. In ihrem aktuellen Kabarettprogramm „Hauptsach’ gsund“ beschäftigte sich Gruber mit der ganzen Bandbreite menschlicher, ja allzu menschlicher Themen: Warum wirken deutsche Blondinen auf italienische Männer nach wie vor als Aphrodisiakum? Wieso singen italienische Kellner in deutschen Restaurants die Speisekarte? Wo liegen die tieferen Ursachen des alljährlich wiederkehrenden weihnachtlichen Familienstreits? Warum schenken Freunde Schokolade gefüllt mit Stutenmilch und Haferbrei zu Weihnachten? Mit großer Virtuosität und bemerkenswerter handwerklicher Sorgfalt spielte Gruber auf der ganzen Klaviatur des Kabaretts. Die Kabarettistin verfügt über ein Arsenal an sprachlichen und mimischen Ausdrucksmöglichkeiten, wie es nur wenigen Künstlern gegeben ist. Den bayerischen Dialekt setzt sie bewusst als komisches Stilmittel ein; subtil legt sie die Finger in die Wunden, dechiffriert genussvoll die Fallstricke des fränkischen Idioms und montiert groteske Alltagsbeobachtungen in ihren schwungvollen Vortrag. Ein untrügliches Gespür für das richtige Setzen der Pointen zeichnet die Preisträgerin des Bayerischen Kabarettpreises 2006 in besonderem Maße aus. Die im Stakkato-Ton vorgetragenen, fein ziselierten Wortkaskaden prasseln wie ein Feuerwerk auf die Zuhörer. Erstaunlich: „Hauptsach’ gsund“ ist „erst“ das 2. Solo-Kabarettprogramm der Künstlerin und dennoch beherrscht die gebürtige Tittenkoferin alle Grundregeln des Kabaretts souverän. Das Spiel mit dem Publikum und das Reagieren auf unvorhergesehene Situationen gehören wie selbstverständlich zu ihrem Repertoire. Fazit: Wer Monika Gruber bisher nur von der Wiesn-Berichterstattung bzw. ihren Fernsehauftritten kannte, ist von der urwüchsigen Sprachkraft und dem Improvisationstalent der bayerischen Wortkünstlerin beeindruckt.

Mehr zu Monika Gruber:
Monika Gruber - Kabarettistin & Schauspielerin

Text: Joachim Meyer
Fotos: Bernd Aue

Herr und Frau Braun: Hoi (2007)

Am 12.01.2007 präsentierten Herr und Frau Braun ihr neues Programm „Hoi“ in Friedberg. Rund 1000 Gäste ließen sich diese Gelegenheit nicht nehmen, strömten in die Friedberger Stadthalle und wurden dafür mit einem sehr unterhaltsamen Abend belohnt. Hier ein paar Impressionen vom schwäbischen Kabarett.

Einen ausführlichen Bericht von Joachim Meyer finden Sie hier: Herr und Frau Braun in Friedberg (myheimat.de)

Mehr zu den Künstlern:
Herr und Frau Braun

Fotos: Bernd Aue

Gerhard Polt und die Biermösl Blosn in Friedberg (2007)

Am 23.11.2006 traten Gerhard Polt und die Biermösl Blosn zum 25-jährigen Bestehen des Jugendclubs Friedberg auf. In der ausverkauften Stadthalle boten die vier Akteure bayerisches Kabarett und subversive Mundart-Kunst vom Feinsten. Im Vorfeld der Veranstaltung ermöglichte uns der Jugendclub ein exklusives Interview. Ich konnte einige Impressionen vom Auftritt einfangen. Viel Spaß beim Anschauen!

Den Artikel von Joachim Meyer finden Sie hier:
Volksmusik braucht Bezüge zur Gegenwart (myheimat.de)

Fotos: Bernd Aue